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Alchemy, the visual Arts and the Replication of Nature (Audio/deutsch)

Ton Vortrag, 57 min, RealAudio (*.ram)
Deutsche Übersetzung und vorgetragen von Ernst Peter Fischer

Seit ihrem Aufkommen im europäischen Mittelalter war es ein Ansinnen der Alchemie, die Produkte der natürlichen Welt neu zu erschaffen. Die Alchemisten versuchten nicht nur natürliches Gold und Silber zu replizieren, sondern auch künstliche Pigmente und andere Chemikalien wie Grünspan, Sulfat (Kupfer- und Eisensulfat ), Zinkoxid und Salmiak herzustellen. Die Nachfolger des Paracelsus von Hohenheim entwickelten im 16. Jahrhundert sogar ein Rezept für die Schaffung eines künstlichen Menschen, den Homunculus, der durch Ektogenese in einem Glaskolben erzeugt werden sollte.

Da die Alchemisten tatsächlich brauchbare Rezepte für viele in der Malerei verwendete Pigmente entwickelten, ist es nicht erstaunlich, dass Renaissancekünstler wie Cennino Cennini, Leonardo da Vinci und Giorgio Vasari solche Rezepte aus den alchemistischen Manuskripten entnahmen. Gleichzeitig brachten Künstler wie Leonardo, Vasari und andere ihre extreme Verachtung gegenüber den Ansprüchen der Alchemisten, Substanzen umwandeln und die Produkte der Natur nachahmen zu können, zum Ausdruck.

In meinen Augen sahen diese Künstler die Alchemie als Rivalin im "business of mimesis". Aber der mimetische Ansatz, die Natur mit Mitteln der bildenden Kunst darzustellen, unterschied sich vollkommen von dem Anspruch der Alchemisten, die Natur durch das Produzieren eines genuin natürlichen Produkt wieder zu erschaffen. In meinem Vortrag möchte ich die Polemik zwischen den Renaissancekünstlern und den Alchemisten aufgreifen und ihre jeweilige Haltung gegenüber der Beziehung von Kunst und Natur betrachten.

Prof. Dr. William R. Newman (Indiana University)

Zur Veranstaltung:
Alchemy, the Visual Arts and the Replication of Nature



 
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