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The Art of the Brain (Audio)

Ton Vortrag, 38 min, RealAudio (*.ram)
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Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts haben wir viel über das Visuelle Gehirn dazugelernt. Wir wissen jetzt, dass das visuelle Gehirn aus vielen Bereichen besteht, die untereinander in Verbindung stehen mit jeder Gruppe visueller Bereiche, die darauf spezialisiert sind, auf eine besondere Eigenschaft der visuellen Szene zu „schauen“ wie Form, Farbe oder Bewegung. Dank dieses neuen Wissens können wir besser begreifen, was in unseren Gehirnen passiert, wenn wir Kunstwerke betrachten: Wir können zum Beispiel verstehen, warum die Porträtmalerei eine primordiale Rolle in der westlichen Kunst gespielt hat, warum Rothko und die Fauves in ihrem Bestreben gescheitert sind, die Farbe von der Form zu befreien; warum die Suprematisten und die Konstruktivisten sich so sehr auf die Linie konzentriert haben; auf welcher Physiologie die Konstruktionen von Mondrian beruhen und welche Gehirnphysiologie solche Künstler wie Duchamp und Tinguely in Richtung kinetischer Kunst trieb.

Ic möchte daher auch eine generelle und vereinheitlichende Theorie der Ästhetik vorschlagen, die die Sichtweisen von Platon und Michelangelo ebenso umfasst wie die von Matisse und Cézanne, jedoch eine, die im Unterschied zu den ästhetischen Theorien jener Künstler auf den Funktionen und dem Funktionieren des visuellen Gedächtnisses basiert.

Prof. Dr. Semir Zeki (University College London)

Zur Veranstaltung:
The Art of the Brain



 
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