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Die Wirklichkeit des Symbols in den exakten Wissenschaften (Text)

Text Vortrag, 10 Seiten, Acrobat Reader (*.pdf)
In dem Beitrag werden die Begriffe "Wirklichkeit" und "Symbol" immer im Sinne von Carl Gustav Jung und Wolfgang Pauli verwendet. Danach ist wirklich, was wirkt. Ein symbolischer Ausdruck ist die bestmögliche Formulierung einer relativ unbekannten Sache. Nur ein Teil des Symbols ist durch bewusste Ideen ausdrückbar, ein anderer Teil wirkt auf den unbewussten Zustand des Menschen.

Jede wissenschaftliche Theorie hat auch Symbolcharakter. Das manifestiert sich besonders klar in den mathematisch formulierten Wissenschaften. In der Mathematik und in den exakten Naturwissenschaften haben wir viele authentische Belege von hervorragenden Wissenschaftlern für das Wirken primordialer Ideen. In den experimentellen Wissenschaften findet man gutes Belegmaterial seltener, so dass ich hauptsächlich Äusserungen von Mathematikern und theoretischen Physikern vorstellen werde.

Das Tun und Lassen eines Forschers ist nie rein rational zu verstehen. Genuine wissenschaftliche Arbeit ist primär nicht analytisch, sondern hat viel mit Intuition zu tun, die im Symbolischen verwurzelt ist. Rationale Argumentation ist für die Naturwissenschaften unbestritten von eminenter Wichtigkeit, aber die schöpferische Phantasie ist keine Leistung der Ratio. Neben der logischen Richtigkeit spielen sowohl in der Mathematik als auch in naturwissenschaftlichen Theorien ästhetische Aspekte eine entscheidende Rolle. Das Schöne ist ein rational schwer fassbarer und daher oft verdrängter Faktor in der wissenschaftlichen Arbeit. Darüber spricht der Wissenschaftler nicht gern, doch im privaten Briefwechsel mit guten Freunden wird das Wirken des Ausserrationalen oft gewürdigt.

Prof. Dr. Hans Primas (ETH Zürich)

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Die Wirklichkeit des Symbols in den exakten Wissenschaften



 
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