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Rundtischgespräch: Neutronen - Autoradiographie und Gemäldeanalysen (Audio)

Ton Gespräch, 48 min, RealAudio (*.ram)
Die gebräuchlichen fotographischen Methoden der Gemäldetiefenanalyse können nur wenige Farben nachweisen, die unter darüberliegenden Malschichten verborgen sind. Dabei werden Strahlen verwendet, die aufgrund ihrer Wellenlänge in tiefere Malschichten eindringen und diese durch Reflexion oder Absorption auf einem Film sichtbar machen: In der Infrarotaufnahme werden durch Reflexion der Strahlung schwarze Farben auf hellem Grund sichtbar (z.B. Vorzeichnungen). Bei der Röntgenaufnahme absorbiert dichtes Material die Röntgenstrahlung und vermindert die Schwärzung des Films, wodurch hauptsächlich Malschichten sichtbar werden, die bleihaltige Pigmente enthalten. Mit Hilfe der Neutronen-Autoradiographie, die zur Zeit weltweit nur von der Gemäldegalerie angewendet wird, können mit verschiedenen Pigmenten gefärbte tieferliegende Malschichten sichtbar gemacht werden. Dazu wird das Gemälde mit Neutronen bestrahlt, von denen einige in die Atomkerne der Pigmente eingebaut werden. Dabei wird das Gemälde schwach radioaktiv. Intensität und Dauer der abgegebenen Strahlung sind abhängig von der Halbwertszeit der unterschiedlichen Bestandteile und vermögen so eine Abfolge mehrerer Filmauflagen zu schwärzen. Durch gleichzeitige Energiemessung der Strahlung kann diese identifiziert und den unterschiedlichen Pigmenten zugeordnet werden. Auf diese Weise werden Untermalungen, Konzeptionsänderungen bzw. Korrekturen während des Malvorganges, schließlich auch die Technik des Farbauftrages feststellbar.

Prof. Dr. Jan Kelch (Gemäldegalerie Berlin)
Claudia Laurenze-Landsberg (Gemäldegalerie Berlin)
Dr. Birgit Schröder-Smeibidl (Hahn-Meitner-Institut Berlin)

Zur Veranstaltung:
Rundtischgespräch: Neutronen - Autoradiographie und Gemäldeanalysen



 
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