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Rundtischgespräch: Materialanalyse, Altersbestimmung und Massenspektrometrie (Audio)

Ton Gespräch, 65 min, RealAudio (*.ram)
Durchstrahlungstechniken
Bei der Untersuchung kulturgeschichtlicher Objekte geben Durchstrahlungstechniken, die uns heute in vielfältiger Form zur Verfügung stehen, wichtige Informationen zur Herstellungstechnik und zum inneren Aufbau von Kunstwerken. Bei der Gemäldeuntersuchung ist die Röntgenaufnahme eine wichtige Hilfe beim Studium der Maltechnik. Die Computertomographie ließ die Entstehung von Nofretete und der Königin Teje erkennen. Die Technik des Gusses dickwandiger Bronzeskulpturen konnte durch die Gammaradiographie erforscht werden, während die Elektronenradiographie zur Entstehung von Buchmalereien und Graphiken neue Erkenntnisse lieferte.

Materialanalyse
Ein wichtiges Ziel der Analyse des Materials kulturgeschichtlicher Objekte ist es, einerseits mit möglichst wenig Probenmaterial oder ohne die Entnahme von Materialproben auszukommen und andererseits umfassende Informationen über die Zusammensetzung zu erhalten. Dies gelingt mit kernphysikalischen Techniken - etwa der Neutronenaktivierungsanalyse, der Bestrahlung mit Protonen bei der PIXE-Technik oder dem Einsatz des Synchrotrons -, die der Untersuchung von Kunstwerken neue Forschungsmöglichkeiten eröffnen.

Altersbestimmung
Seit der Entdeckung der Radiokarbonmethode vor ca. 60 Jahren hat sich die Zahl der Verfahren zur Bestimmung des absoluten Alters kulturgeschichtlicher Objekte mit Hilfe kernphysikalischer Methoden, die auf dem Zerfall von Isotopen oder der Wirkung der Kernstrahlung aufbauen, erheblich vergrößert. Heute lassen sich neben den kohlenstoffhaltigen Materialien auch einzelne Metalle, Farben der Malerei, Gesteine, Gläser und Keramiken nach verschiedenen Verfahren zuverlässig datieren.

Massenspektrometrie
Ein wichtiges Ziel der Massenspektrometrie ist die Analyse von Isotopen radioaktiver Elemente. Sie helfen bei der Bestimmung des absoluten Alters von Kunstwerken, aber auch bei Suche nach der Herkunft von Werkstoffen kulturgeschichtlicher Objekte. So unterscheiden sich Marmore unterschiedlicher Herkunft deutlich durch ihre Kohlenstoff- und Sauerstoffisotope; Obsidianlagerstätten können durch Isotope des Rubidiums und Strontiums ermittelt werden. Bei bleihaltigen Materialien wie Metalllegierungen, Bleifarben, Bleigläser- und Bleiglasuren gibt das Verhältnis der Bleiisotope Hinweise auf die Lagerstätten des Bleis.

Moderation: Jean-Paul Picaber (Auslandskorrespondent, Le Figaro)

Prof. Dr. Ing. Eberhard Mundry (Berlin)
Prof. Dr. Josef Riederer (Rathgen Forschungslabor Berlin)
Prof. Dr. Dietrich Wildung (Ägyptisches Museum Berlin)

Zur Veranstaltung:
Rundtischgespräch: Materialanalyse, Altersbestimmung und Massenspektrometrie



 
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